Zeitreise durch das eigene Fotoarchiv
Fotografieren beruht auf viel Erfahrung und Übung. Man kann Bücher, Blogs und Foren welzen soviel man will, am Schluss muss man doch selbst die Erfahrungen machen. Umso interessanter ist ein Rückblick auf das bisher geleistete und wie eigentlich alles anfing. Ich habe mal einen Rückblick in die Anfangszeit mit meiner Spiegelreflex (Canon EOS 400D) gewagt.
Ich blicke zurück auf eine Zeit, in der ich mehr mit den verschiedenen Einstellungen der Kamera (Manueller Modus) beschäftigt war, als mit dem eigentlichen Motiv. Über vier Jahre fotografiere ich nun schon mit einer Spiegelreflexkamera, eine lange Zeit in der ich viel gelernt habe. Bei so manchem Bildausschnitt, der ein oder anderen Perspektive oder Kameraeinstellung frage ich mich heute "Was hast du dir damals dabei gedacht?". Die Antwort dürfte in diesem Fall wohl lauten "Gar nichts. Ich wusste es nicht besser.". Dabei hatte ich mich doch so einschlägig mit diversen Büchern, Blogs von den Profis und Foren mit Tipps und Tricks beschäftigt.
Schön ist vor allem auch zu beobachten, wie die Bilder von Aufnahme zu Aufnahme besser werden. Die Bilder zeigen eindeutig, was man über die Jahre an Erfahrungen gesammelt hat. Heute bin ich froh, dass ich mit meiner Spiegelreflex nie im Automatik-Modus gearbeitet habe. Viele Anfänger arbeiten zunächst im Automatik-Modus, welcher zwar sehr bequem ist, jedoch die Kamera in keinster Weise ausreizt. Das Spielen mit dem Fokus, der Blende und dem Licht fällt hier im Grunde weg. Zumal der Automatik-Modus von Kameras im Allgemeinen (egal ob Spiegelreflex oder Digicam) dazu neigt, ständig den Blitz einzuschalten. Hat man sich erstmal daran gewöhnt, dass die Kamera "alles" automatisch macht, fällt es schwer, plötzlich sämtliche Einstellungen manuell vorzunehmen.
Sicherlich kostet es anfangs viel Zeit, sich mit den ganzen Knöpfen, Einstellrädchen und Anzeigen vertraut zu machen, aber es lohnt sich. Je mehr Fotos man macht und sich mit der Materie beschäftigt, desto schneller werden die ganzen Einstellungen zur Routine und man bekommt ein Gefühl dafür, welche Einstellung für das aktuelle Motiv passend ist.
“Camera matters?”
Wir Menschen neigen dazu, Dinge oftmals sehr oberflächlich zu betrachten und einzuschätzen. Wir versuchen immer, Dinge miteinander zu vergleichen und abzuwägen. Wer also eine teure Armbanduhr am trägt, hat Kohle, obwenn es vielleicht nur ein Plagiat ist. Ähnlich ist das beim Betrachten und Bewerten von Fotos auch. Eine tolle Kamera und ein super Objektiv sagen uns: Das Bild kann nur klasse sein. Dabei dachten wir doch immer, der Mensch hinter der Kamera und nicht die Kamera selbst macht die Bilder?
In zahlreichen Fotoforen kann man derartige Bewertungsformen beobachten. Leute die sich mit dem verwendeten Equipment brüsten, kriegen oftsmals die wohlwollenderen Bewertungen. So kommt es nicht gerade selten vor, dass absolut gleichwertige Bilder basierend auf dem verwendeten Equipment ganz unterschiedlich bewertet werden. Da können wir als Fotofans nur mit dem Kopf schütteln.
Noch heiterer wird es, wenn auf manchen Plattformen getrommelt wird: Gute Fotos kann man nur mit einer Spiegelreflex machen. Dabei ist für einen wahren Meister dieser Kunst die Kamera nur das Mittel zum Zweck, mehr auch nicht. Dennoch haben derartige Aussagen gewicht, und so rennen alle in den nächsten Elektronikfachhandel und kaufen sich die nächst beste Spiegelreflex. Und dann? Man möchte sich gar nicht ausführlich mit der Bedienung der Kamera beschäftigen und tut das, was die Meisten tun: Automatikmodus.
Die Spiegelreflex im Kit?
Wer sich eine Spiegelreflex kauft, der nimmt sich so einiges vor. Denn wer mit so einer Kamera Spaß haben möchte, muss sich erstmal ein kleines Equipment zusammenstellen. Eine Spiegelreflex hat im Gegensatz zu einer Digicam kein fest integriertes Objektiv, sondern wird mit sogenannten Wechselobjektiven ausgestattet. Diese sind, sofern man kein Kit kauft, nicht im Lieferumfang des Kameragehäuses (auch Body genannt) enthalten. Womit wir auch schon gleich beim Thema wären.
Macht es eigentlich sinn, die Kamera im Kit zu kaufen? Oder wäre es sinnvoller, lieber den Body und ein passendes Objektiv seperat zu kaufen? Kamerakits haben Vor- und Nachteile. Die preisgünstigen Kits (unwesentlich teurer als der Body einzeln) haben meist qualitativ eher durchschnittliche Objektive dabei. Dafür bekommt man diese Linse aber fast "geschenkt". Für den schnellen Einstieg und zum "warm werden" aber auch nicht unbedingt verkehrt. Meist wird dann noch (je nach Hersteller) ein Kit mit einem qualitativ guten Objektiv angeboten. Dort macht sich die Preisspanne zwischen Body einzeln und Kit mit hochwertigem Objektiv doch schon stark bemerkbar.
Abzuraten ist von Kits mit zwei Objektiven, welche im Verhältnis zu den Kits mit einem Objektiv nur unwesentlich teurer sind. Meistens ist die Abbildungsleistung der dort enthaltenen Objektive nicht befriedigend und ist somit auch kein Gewinn. Hier sollte man lieber zusätzlich zum Kit mit einem Objektiv noch ein weiteres Objektiv, zum Beispiel ein Teleobjektiv, separat kaufen. Hierbei sollte es einen nicht verwundern, wenn das Teleobjektiv fast so viel kostet, wie der Kamera-Body mit Kit-Objektiv zusammen.
Oftmals sind Kits mit "Geld zurück"-Aktionen vom Kamerahersteller gekoppelt. Diese Aktionen funktionieren meist so: Man kauft ein Kit mit "Geld zurück"-Aktion, fotokopiert den Kassenbeleg und schickt Ihn zusammen mit der ausgefüllten Aktionskarte im Karton an die angegebene Adresse. Dann bekommt man nach einigen Wochen einen bestimmten Betrag gutgeschrieben oder bekommt (je nach Aktion) ein Zubehörteil wie zum Beispiel einen Ersatzakku gratis oder ähnliches.
Ob es billiger ist, das Objektiv und den Body einzeln bei dem Händler Ihrer Wahl zu kaufen oder doch lieber im Kit ist individuell verschieden und hängt auch stark von den Aktionen der Hersteller und den Lagerbeständen der Geschäfte und Shops ab. Oftmals lohnt es sich Kameras im Foto-Fachhandel (nicht zu verwechseln mit Elektrofachhandel) zu kaufen und gleich ein bisschen Zubehör wie UV-Filter (Schutz für die forderste Linse des Objektivs) dazu zu kaufen. Meist bekommt man auf diese Weise gute Rabatte und hat vor allem eine Person, an die man sich bei Problemen wenden kann. Käufe über das Internet sind bei seriösen Händlern auch kein Problem, müssen jedoch bei Defekten via Post gelöst werden, was bei einem Hohen zu versichernden Warenwert auch sehr kostspielig sein kann.





