Manu's Blog A photograph gives us the naked truth, which has to be clothed by the imagination.

8Mrz/102

Bilder betrachten ohne das Werkzeug zu kennen

Jeder von uns kennt es: Man klickt sich so durch ein Fotoforum und liest unter jedem Foto das verwendete Werkzeug (Kamera, Objektiv, Stativ, Externer Blitz, Filter etc.). Das kann manchmal ganz interessant sein, lenkt jedoch zu oft vom wesentlichen ab, dem Motiv. Ich selbst gebe diese Daten oft mit an. Warum? Weil es die Leute zu interessieren scheint. Beobachten Sie es einfach mal selbst in diversen Foren, die Frage nach dem verwendeten "Equipment" kommt sofort. Ich hatte mich im September des vergangenen Jahres (siehe auch: "Camera matters?") bereits über dieses Phänomen ausgelassen.

Doch was hat es auf sich, mit dieser Bewunderung des teuren Oberklasse-Equipments und wieso kommen wir immer wieder zu dem Schluss, dass Fotos von einem Profi-Modell besser sein müssen, als die von einem Modell für fortgeschrittene Hobbyfotografen? Ich glaube es liegt vor allem in der Erwartungshaltung, die wir gegenüber dieser "Traumausrüstung" hegen. Wie gerne würden wir mit den längsten Brennweiten und Megapixel-Boliden durch die Gegend rennen und losknipsen.

Bei meinen Touren durch diverse Foren, Fotoportale und Blogs stelle ich immer wieder fest, dass die Kamera eigentlich überhaupt nicht entscheidend dafür ist, was am Schluss dabei entsteht. Viel mehr ist der geschickte technische sowie stilistische Einsatz der Ausrüstung von Bedeutung. Man kann durchaus brauchbare Fotos mit einem einfachen Tele-Zoom-Objektiv für 300 Euro machen. Sicherlich werden wir hier keine besondere Lichtempfindlichkeit antreffen und auch die Abbildungsleistung wird uns nicht vom Hocker hauen. Dennoch lassen sich brauchbare Resultate damit erzielen. Umso verwunderlicher, wenn Leute an Sehenswürdigkeiten mit einer Mittel- bis Oberklasse-Kamera dastehen und ein (verhältnismäßig) billiges Objektiv verwenden. In diesem Fall lieber eine gute Kamera mit gutem bis sehr gutem Objektiv.

Aber zurück zu den Fotoportalen und der Bildbetrachtung. Ich schaue mir besonders gerne Fotos an, bei denen ich die verwendete Kamera (und Objektiv) nicht kenne. Ich gehe generell nicht davon aus, dass jemand mit einer teuren Kamera bessere Fotos macht. Ein Profi braucht kein teueres Equipment, um gute Fotos zu machen. Im alltäglichen Gebrauch macht es mit Sicherheit sinn, schon der dauernden Belastung wegen, aber es ist nicht zwingend notwendig - zumindest nicht für das direkte Resultat.

Wer einfach mal auf den technischen Schnick-Schnack verzichtet und nur das Motiv und die stilistischen Mittel betrachtet, wird feststellen, dass viele Leute besser fotografieren können, als ihr "Equipment" es Ihnen zu verraten vermag.

23Sep/090

Makrofotografie: Einfach mal ganz nah

Oftmals liegen auch bei der Fotografie die wichtigen Dinge im Detail. Die Makrofotografie als Teil der Themenfotografie bietet sich an, um "Licht ins Dunkel" zu bringen und ganz gezielt auf Details aufmerksam zu machen, welche dem Betrachter sonst wohl verborgen geblieben wären.

    

    

Mit dem Einsatz eines Makroobjektives ist es möglich, Objekte in einem Abbildungsmaßstab von ca. 1:1 festzuhalten. Nebst der Verwendung eines speziell dafür ausgelegten Makroobjektives ist auch die Verwendung von Nahlinsen oder geeigneten Teleobjektiven möglich. Die größte Abbildungsleistung erzielt man jedoch mit einem speziell auf dieses Einsatzgebiet ausgelegten Objektiv. Ab einem Abbildungsmaßstab von rund 1:4 spricht man von einem makrofähigen Objektiv. Reine Makroobjektive haben meist einen Abbildungsmaßstab von 1:2 (Abbildung ist halb so groß wie das Objekt) oder 1:1 (Objekt wird in Originalgröße abgebildet). Der größte Vorteil eines Makroobjektives liegt vor allem in der geringen Naheinstellgrenze.

Was viele nicht wissen: Ein Makroobjektiv eignet sich nebenbei hervorragend zur Raumfotografie sowie zum Erstellen von schönen Porträts.

Bei der Wahl des Motives sind unserer Phantasie kaum Grenzen gesetzt. Blumen (insbesondere die Blüten), Tiere oder auch Dinge aus dem alltäglichen Leben können aus der Nähe faszinierend wirken. Ich fotografiere besonders gerne (wie oben zu sehen) die Blüten von Pflanzen. Diese Kunstwerke der Natur verbergen ihre wahre Schönheit meist im Detail. Bei genauerem Betrachten kann man es kaum glauben, wie samtig weich zum Beispiel die Blütenblätter einer Rose sind.

Um schöne Nahaufnahmen zu erstellen, müssen Sie meist gar nicht weit gehen. Oftmals sogar nicht mal das Haus verlassen. Schöne Pflanzenmotive finden sich oft im eigenen Garten, in Parks oder auf Wiesen. Gerade bei Nahaufnahmen ist der richtige Hintergrund besonders entscheidend. Ein zu unruhiger Hintergrund lenkt ungewollt vom eigentlichen Motiv ab oder wirkt einfach störend. Hier kann Ihnen bereits ein Bogen Fotokarton Abhilfe schaffen. Diesen erhalten Sie bereits für wenige Cent überall, wo es Schreibwaren gibt. Ein leicht hellblauer Karton wird somit zum strahlend blauen Himmel umfunktioniert oder ein grüner Karton bringt das grüne Idyll zurück in Ihre Aufnahme.

Um ein bisschen mit Nahaufnahmen zu experimentieren brauchen Sie nicht sofort Nahlinsen oder ein Makroobjektiv. Mit einem normalen Kit-Objektiv können Sie bereits erste Versuche starten. Achten Sie hierbei vor allem darauf, dass Sie den richtigen Abstand zu Ihrem Motiv wählen. Kann der Autofokus Ihrer Kamera nicht mehr selbst scharf stellen, sind Sie vermutlich zu nah an Ihrem Objekt dran.

Wenn Sie es genau wissen wollen: Oftmals ist die Naheinstellgrenze auf dem Objektiv angegeben. Falls dies nicht der Fall ist, werfen Sie einen Blick in die beiliegende Anleitung zu Ihrem Objektiv, dort werden Sie sicher fündig.