Kino.to geschlossen: Polizei jagt Raubkopierer

Jahrelang war Kino.to das kostenlose Kinofilm-Portal im Web schlechthin. Wer sich das Geld für eine Kinokarte sparen wollte, konnte jeden aktuellen Kinofilm gemütlich zum Nulltarif vor dem heimischen Computer anschauen.

Diesen illegalen Machenschaften wurde nun durch die Kriminalpolizei ein Ende gemacht. Wer aktuell die Seite im Netz ansurft, erhält statt dem breiten Angebot an Blockbustern und anderen Raubkopien lediglich den Hinweistext der Polizei, der wie folgt lautet: “Die Domain zur von Ihnen ausgewählten Webseite wurde wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung zur gewerbsmäßigen Begehung von Urheberrechtsverletzungen geschlossen. Mehrere Betreiber von KINO.TO wurden festgenommen. Internetnutzer, die widerrechtlich Raubkopien von Filmwerken hergestellt oder vertrieben haben, müssen mit einer strafrechtlichen Verfolgung rechnen.”

Für die Betreiber der Kino-Seite hat sich das kostenlose Anbieten von Raubkopien definitiv gelohnt. Mit jährlichen Werbeeinnahmen in Millionenhöhe war es für die Betreiber ein lukratives Geschäft. Neben dem eigentlichen Filmportal betrieben sie zudem die Server, auf denen die Kopien gespeichert wurden. Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) bezeichnet derartiges System als “arbeitsteiliges parasitäres Geschäftsmodell”. Die Ermittlungen der GVU gegen Kino.to begannen schon vor einigen Jahren, gestalteten sich jedoch durchaus schwierig. Nachdem es zuletzt gelang, das Geflecht aus Hintermännern und Drahtziehern zu identifizieren, wurde am 28. April 2011 ein Strafantrag gestellt. Dieser wurde nun durch Anordnung der Generalstaatsanwaltschaft Dresden vollstreckt.

Aktuell ist von 20 Razzien in Deutschland, Spanien, Frankreich und den Niederlanden die Rede. Rund 250 Polizisten sowie Computerexperten durchkämmen Privaträume, Rechenzentren und Büros. Mit 14 Haftbefehlen im Gepäck, von denen 13 sofort vollstreckt wurden, gelang ein großer Schlag gegen die Raubkopierer-Szene.

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