Akku: Mit dem Zweiten knipst es sich besser

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie sind in New York, machen sich nach einem langen Besichtigungstag abends noch auf den Weg zum Rockefeller Center, um vom Dach aus Nachtaufnahmen zu machen. Der Blick auf Midtown- und Lower-Manhattan lässt Sie den kalten Wind schnell vergessen. Sie schießen Fotos in alle Himmelsrichtungen und dann meldet die Kamera “Bitte Akku wechseln.”.

Diesen Wunsch möchten Sie der Kamera nur ungerne abschlagen, was jedoch, wenn Sie keinen Wechselakku (dabei) haben? In diesem Moment wünschten Sie, Sie hätten Ihren Wechselakku eingepackt oder sich jemals einen zugelegt. Jeder Fotograf kann sich vorstellen, wie es einem in diesem Moment zu mute ist, wenn man klare Sicht auf Manhattan hat – willkommen in meiner erlebten Wirklichkeit.

Was kann man tun, wenn die Akku-Balken auf der Anzeige schwinden? Schalten Sie zunächst das Display aus, nutzen Sie den Sucher und verzichten Sie darauf, Ihre Resultate auf dem Bildschirm zu begutachten. Gönnen Sie Ihrer Kamera Ruhephasen, lassen Sie sie nur an, wenn Sie auch wirklich ein Foto machen wollen. Wenn der Akku dann so schwach ist, das er die Kamera bereits ausschaltet, entnehmen Sie den Akku aus Ihrer Kamera. Sollten Sie sich im Kalten befinden, suchen Sie nach Möglichkeit einen warmen Raum auf und stecken Sie den Akku am besten in die Hosentasche, wo es warm ist. Dort sollte der Akku für zehn bis fünfzehn Minuten bleiben (je nach dem, wie viel Zeit Sie haben). Stecken Sie den Akku nun wieder in Ihre Kamera (am besten bevor Sie den warmen Raum verlassen) und schalten Sie die Kamera erst ein, wenn Sie eines Ihrer letzten Motive ablichten möchten. – Ihnen bleiben trotz aller Mühen nur noch wenige Aufnahmen, nutzen Sie sie sinnvoll.

Manch ein Leser wird sich nun sicher fragen, weshalb ich den Akku nicht einfach zuvor nochmal aufgeladen habe. Sie werden lachen, aber das habe ich. Leider gelang es mir nicht, ihn in der knappen Zeit auf dem Hotelzimmer komplett aufzuladen und ein Tag in New York füllt Speicherkarten rasant. Da ich auf dem Weg noch am Times Square und weiteren Sehenswürdigkeiten vorbei kam, war ein Großteil der Akkuladung schon vorzeitig verpulvert.

Ich habe mir nach diesem Erlebnis unverzüglich einen Wechselakku (habe zwei Akkus im Batteriegriff) zugelegt und diese Entscheidung bislang nicht bereuht. Zuvor hatte mich die Tatsache, dass das Leben von Akkus generell begrenzt ist, davon abgehalten, mir einen weiteren zuzulegen. Bislang läuft jedoch – ich will es nicht beschreien – alles glatt mit meinem Akkugespann und sofern ich nicht vergesse, Sie vorher aufzuladen, hoffe ich solchen Situationen zukünftig entfliehen zu können.

3 Responses

  • Bei dem Batteriegriff meiner Canone gibt es neben dem “Zwei-Canon-Akkus”-Einschub noch einen, der mit 6 normalen AA-Batterien (Mignon) befüllt werden kann. Die gibt’s an (fast) jeder Ecke.

  • genau wegen dieser option, hr olsen, überlege ich grad, ob ich mir nicht doch so ein dingen zulegen soll. aber, das steht etwas weiter unten vpn der prio her. :)

    aktuell habe ich nen ersatz akku dabei, welcher immer randvoll ist.

  • Ich habe meine DSLR noch nie ohne besagten Batteriegriff verwendet. Hab ihn beim Kauf der Kamera direkt dazu gekauft, direkt montiert und nie wieder abgenommen. Finde die Kamera liegt deutlich besser in der Hand und Hochkantfotos lassen sich mit dem zusätzlichen Auslöser sehr komfortabel schießen.

    Den AA-Batterie-Einschub habe ich selbstverständlich auch, muss jedoch zu meiner Schande gestehen, dass ich ihn bislang noch nie eingesetzt habe. AA-Batterien (unter anderem für den externen Blitz) sowie den Einschub für den Batteriegriff habe ich nur in meinem Fotorucksack dauerhaft dabei.

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