Manu's Blog A photograph gives us the naked truth, which has to be clothed by the imagination.

28Sep/095

“Camera matters?”

Wir Menschen neigen dazu, Dinge oftmals sehr oberflächlich zu betrachten und einzuschätzen. Wir versuchen immer, Dinge miteinander zu vergleichen und abzuwägen. Wer also eine teure Armbanduhr am trägt, hat Kohle, obwenn es vielleicht nur ein Plagiat ist. Ähnlich ist das beim Betrachten und Bewerten von Fotos auch. Eine tolle Kamera und ein super Objektiv sagen uns: Das Bild kann nur klasse sein. Dabei dachten wir doch immer, der Mensch hinter der Kamera und nicht die Kamera selbst macht die Bilder?

In zahlreichen Fotoforen kann man derartige Bewertungsformen beobachten. Leute die sich mit dem verwendeten Equipment brüsten, kriegen oftsmals die wohlwollenderen Bewertungen. So kommt es nicht gerade selten vor, dass absolut gleichwertige Bilder basierend auf dem verwendeten Equipment ganz unterschiedlich bewertet werden. Da können wir als Fotofans nur mit dem Kopf schütteln.

Noch heiterer wird es, wenn auf manchen Plattformen getrommelt wird: Gute Fotos kann man nur mit einer Spiegelreflex machen. Dabei ist für einen wahren Meister dieser Kunst die Kamera nur das Mittel zum Zweck, mehr auch nicht. Dennoch haben derartige Aussagen gewicht, und so rennen alle in den nächsten Elektronikfachhandel und kaufen sich die nächst beste Spiegelreflex. Und dann? Man möchte sich gar nicht ausführlich mit der Bedienung der Kamera beschäftigen und tut das, was die Meisten tun: Automatikmodus.

www.chip.de

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  2. Bilder betrachten ohne das Werkzeug zu kennen
  3. Warum wir besser nicht am Display aussortieren

Kommentare (5) Trackbacks (1)
  1. Danke. Du sprichtst mir aus der Seele.

    Ein aktuelles Beispiel:

    Hier – http://www.flickr.com/photos/aure-paris/2709344333/ – findet sich ein mE wirklich gelungenes Foto.

    In den Kommentaren zum Bild lautet dann die erste Frage: “If I went out and got a DP1, would I be able to do this too…?!!”.

    Und die Antwort: “for sure! ;)

    Da fällt einem doch nichts mehr ein, oder???

  2. Nein, da fällt einem wirklich nichts mehr ein.

    Gerade durch die relativ günstigen Einsteigerkameras in Form von Megapixel-Boliden glauben die Leute, dass sie mal nebenbei den Status des Profifotografen gleich mitkaufen.

    Besonders schlimm finde ich auch Bildbewertungen aus Sympathie. Gerade in kleinen Communities ein echtes Problem. Wer beim harten Kern mit am Stammtisch sitzt, braucht keine schlechten Kommentare im Netz fürchten.

  3. Jepp. Gerade auch das mit den “Bildbewertungen aus Sympathie” ist ein Zustand. Das wird oft auch zum Bumerang: Die so “gebauchpinselten” Menschen trifft die Realität dann oft irgendwann einmal ganz schön heftig…

  4. Das Lustige ist ja: Er könnte solche Bilder auch machen, wenn er sich _keine_ DP1 kaufte. (-:
    Ernsthaft: Mir ist eine konstruktive Kritik 1000x lieber als Bauchpinselei. Am liebsten, wenn sie von jemandem Kommt, den ich kenne und schätze.
    Auf der Hochzeit, auf der ich letztens schoss wurde meine Kamera unter den Gästen herumgereicht und es gab einige “Ahh”s und “Ohh”s. Irgendwer meinte dann: “Naja, ist ja auch kein Wunder mit der Kamera.” In dem Moment ging mir auf, wie abwertend eine solche Äußerung ist – reduziert sie doch die Qualität des Bildes auf das Werkzeug. Ich habe mir dann ein Bild heraus gesucht, mir seine Kompaktknipse geschnappt und das gleiche Bild nochmal gemacht.
    Und dann noch eins von seinem offenen Mund.

  5. Ich hatte leider noch nicht die Ehre, eine Hochzeit zu fotografieren, aber ich kenne diesen “Mit der Kamera kein Wunder”-Spruch. Wobei man das in meinen Augen nicht zu ernst nehmen sollte. Die Leute wissen es eben nicht besser und versuchen einem vielleicht sogar auf diese Weise zu schmeicheln.

    Das Du mit der Kompakten so gut gekontert hast, freut natürlich mein Fotografenherz. Das Bild mit dem offenen Mund hast Du uns allerdings vorenthalten. ;-)


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